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Interview mit Alters- und Ehrenpräsident Horst Burschel



Seit wann sind Sie Mitglied ?
1946, nach 4 monatiger Kriegsgefangenschaft in Bad Kreuznach und Remagen kam Horst Burschel im Juli 1945 nach Fulda zurück. Der damalige Präsident Otto Malkmus war bei der Reichsbahn und das gesamte Gelände an der Johanisau gehörte auch der Bahn. Die damaligen Mitglieder haben das Stadion mit einer Holztribüne auf einem Wall, der rund um das Stadion lief, selbst aufgebaut. Der Nachfolger als Präsident in den 50er Jahren war Helmut Kunte.

Insgesamt 63 Jahre ist er jetzt Mitglied und aktiv für den Verein tätig - und bezeichnet sich selbst als lebende Fußball - und Motorsportlegende Fuldas.


Was bedeutet der Name Borussia Fulda für Sie ?
Eine Herzensangelegenheit - 
Ein Institution für die Zukunft der Jugend und Kinder, die grundsätzlich wieder so gefördert werden soll wie in früheren Zeit. Das ist seine Bitte an interessierte Menschen im Landkreis Fulda dies mit Leidenschaft zu unterstützen.

Waren Sie als Spieler aktiv ?

Seit 1946 für 2 Jahre als Jugendspieler, danach stand der Motorsport im Vordergrund.

Der Sohn Steven unter dem Trainer Fritz Rebell hat als Schüler mit 8 Jahren in 1969 angefangen und bis zur A-Jugend weiter gespielt.

Waren Sie auch als Funktionär im Verein tätig ?  In welchen Funktionen ?

Seit den 50er Jahren als Betreuer. Horst Burschel hatte ein Mietwagenunternehmen und stellte für die Mannschaftsbeförderung als Fahrzeug einen VW-Bus zur Verfügung, den er auch selbst gefahren hat. Er wurde als “ Fahrbereitschaftsleiter “ vom Abteilungsleiter Heinz Busch bestimmt. Über Jahrzehnte hinweg wurde dies von Horst Burschel begleitet.

Der Sicherheitsdienst wurde in den 60er Jahren gemeinsam mit Anton Schultheis und Theo Hodes aufgebaut und wird bis heute von ihm organisiert. Die weiteren Helfer haben dafür einen Gutschein für eine Bratwurst und ein Bier bekommen. Nur in der Ära Kai Möller wurde dies von einem Security Service gegen Bezahlung übernommen. Der aktuelle Vorstand hat dies nun wieder an Horst Burschel übergeben, zur Zeit sind 7 Personen im Sicherheitsdienst aktiv.

In der 60er und 70er Jahren war er außerdem im Spielausschuss tätig.

Weiterhin betreut er heute die Ehrenmitglieder und pflegt die Kontakte untereinander.

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Funktionär ?

Der 100 jährige Geburtstag von Richard Ebert, der langjähriger Begleiter von Horst Burschel als Kassierer im Verein war.

Die Unterstützung von Peter Enders sen. In der jüngsten Vereinsgeschichte. Ohne diese Unterstützung würde es den Verein möglicher weise nicht mehr geben.

Die Unterstützung von Peter Enders sen. In der jüngsten Vereinsgeschichte. Ohne diese Unterstützung würde es den Verein möglicher weise nicht mehr geben.

Und welches war das traurigste als Funktionär ?

Der 100 jährige Vereins - Geburtstag, weil der Verein sich bereits in einer schon länger dauernden Führungskrise befand und mit dem Rücken zur Wand stand.

Haben Sie noch ein Ereignis aus der Vergangenheit oder ein Spiel über das Sie erzählen möchten ?

Viel Freude hat die Zeit des Sohnes Steven als Spieler bereitet. Er hat sich sehr gut mit den Trainern Fritz Rebell, Alexander Koslina (ein ehemaliger jugoslawischer Nationalspieler) verstanden

Die Zeit mit Uli Sude, mit dem Horst Burschel persönlich befreundet war. So eine tolle Zeit hat es nie wieder gegeben. Er hat es verstanden eine regelrechte Euphorie unter den Zuschauern zu entfachen.

Wie würden Sie die aktuelle Situation des Vereins beurteilen ? 

Es waren die letzten Jahre wenig interessierte Mitglieder im Verein, die dem Verein wirklich weiter geholfen haben. Nach außen wollten diese Personen sich profilieren, tatsächlich haben sie aber im Sinne der Vereinsinteressen wenig bewirkt.

Nur Mitglieder, die es mit dem Verein auch ehrlich meinen, können den Verein auch weiter bringen. Tatkräftige Unterstützung ist zukünftig mehr denn je gefragt


Was wurde aus Ihrer Sicht in der Vergangenheit falsch gemacht ?

Es gibt sehr viele Vereine in der Region, so dass es heute viel mehr Konkurrenz als früher gibt. Die Kinder gingen früher überwiegend zu Borussia, da die Jugendarbeit etwas “Besonderes” war. Fast alle heutigen Trainer in der Region haben ihre Ausbildung als Kind bei Borussia gemacht. Heute gehen aber viele Kinder zu anderen Vereinen. An der Basis muss wieder besser gearbeitet werden, dass die Kinder es als Ansporn sehen bei Borussia zu spielen. 

Was möchten Sie  dem neuen Vorstand auf den Weg mit geben ?

So viele Vorstände hat Horst Burschel in Vergangenheit Kommen und Gehen sehen.

Aufgrund der Neuwahlen im November und der Person Heinz Straeter, den Horst Burschel noch aus seiner Trainerzeit kannte, hat Horst Burschel das Gefühl, dass dieser Vorstand den Verein wieder nach vorne bringen kann.

So ein Vorstand hat es seit über einem Jahrzehnt nicht gegeben. Besonders die Mischung aus Jung und Alt findet er sehr gut.

Wie können Mitglieder sich am Vereinsleben beteiligen?

Man müsste den Mitgliedern als Verein etwas bieten. Spezielle Aktionen oder Veranstaltungen für die Mitglieder gab es in der Vergangenheit fast gar nicht - selbst eine Weihnachtsfeier gab es schon lange nicht mehr. Nur wenn was geboten wird, sind die Mitglieder auch bereit etwas für den Verein zu tun.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft des Vereins?

In den 60er Jahren kamen im Schnitt 3000 bis 4000 Zuschauer, heute kann man ja schon froh sein, wenn 300 - 400 im Stadion sind. Als Nummer 1 in Osthessen sollten wir doch wenigstens 1800 bis 2000 Zuschauer ins Stadion locken.

Wir brauchen Sponsoren und vor allem bereitwillige Mitglieder, die den Verein unterstützen.

In der Hessenliga sich fest etablieren und um den Aufstieg mitspielen.

Das 100 jährige Jubiläum nach sportlicher und finanzieller Gesundung nachfeiern!

Was machen Sie sonst in Ihrer Freizeit ?

In der Vergangenheit:

Gründungmitglied des Motorsportclub Fulda in 1946 im Alter von 21 Jahren.

Jahrelang aktiv als Rennfahrer auf BMW R 51 in sogenannten Ausweisrennen.

Teilnehmer am Rennen “Rund um den Herkules” in Kassel.

Heute:

Weiterhin interessiert am Tagesgeschäft in der Automobilbranche.

Vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben.