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Mittwoch, 11.02.2009

Vereinscoaching "Zurück zum Verein"

In der Vereinsgaststätte von Borussia Fulda fand ein Vereinscoaching zum Thema "Zurück zum Verein" statt. Die beiden Mediatoren des Hessischen Fußballverbandes Eberhard Lang und Mario Watz waren bereits im Dezember bei den Borussen zu Gast: "Wir haben strukturelle und organisatorische Dinge im Verein geklärt.  Mit den Fans wurde besprochen, wie man in verschiedenen Situationen reagiert, um Aggressionen und Missverständnisse zu vermeiden. Wir arbeiten präventiv, damit die Leute sehen, dass sich bei Borussia etwas tut, was auch positive Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendarbeit hat", erklärte Lang. Anlass waren die Vorkommnisse während des Derbys der Fuldaer in Flieden, bei dem ein Schiedsrichterassistent von einem Fuldaer Fan bespuckt worden war.

So trafen sich Vorstand, Fanclubs und die Spieler der ersten Mannschaft, um nun gemeinsame Wege für die Zukunft zu finden. Zunächst stellten alle Gruppen ihre Vorstellungen rund um das Vereinsleben vor: Mannschaft und Vorstand forderten dabei die Unterstützung des Teams auch in schlechten Zeiten, die Fanclubs wünschten sich eine freundschaftliche Beziehung zum Verein und ein wenig mehr Dankbarkeit. Zum Gespräch kamen auch die Differenzen unter den verschiedenen Fanclubs. Toni Bolz, 1. Vorsitzender des Fanclubs "Harter Kern" erklärte: "Es gab in der Vergangenheit unterschiedliche Ansichten, was den Gebrauch von Pyrotechnik betrifft. Unsere Mitglieder sind im Alter von 28 bis 80 Jahren, also schon in etwas gediegenerem Alter, daher halten wir auch weniger davon. Unser Platz im Stadion ist schon immer auf Höhe der Mittellinie gewesen, die anderen stehen in der Kurve". Mit "den Anderen" meint Bolz die Fans der "Party Legion Osthessen", zu denen jedoch keinesfalls eine Feindschaft bestünde. Es herrsche Austausch zwischen den Fans, der allerdings noch intensiviert werden könnte, um beispielsweise gemeinsam zu den Auswärtsspielen zu reisen. Um den Kontakt innerhalb der Fanclubs, sowie im Bezug auf den Verein zu stärken, warfen die Mediatoren das Konzept des Fanbeauftragten in die Runde. "In der Hessenliga haben mindestens die Hälfte aller Clubs mittlerweile einen Ansprechpartner für die Fans", erklärte Lang und auch die Borussenfans konnten berichten: "In Urberach kam auch der Fanbeauftragte auf uns zu und hat nach einem Ansprechpartner gefragt. Da konnten wir ihm dann aber noch nicht weiterhelfen". Vom Verein wurde der Vorschlag positiv aufgenommen, sodass Präsidiumsmitglied Walter Goth versprach: "Wir wollen den Posten auf jeden Fall einrichten und uns nach einem Fanbeauftragten umsehen, der dann die Arbeit aufnimmt. Wann dies der Fall sein wird, können wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen. Es sind jetzt erst einmal andere Dinge wichtig", so Goth im Bezug auf das sportliche Vorankommen des Vereins. Mit den Fans seien viele neue Ideen entwickelt worden, die es jetzt umzusetzen gilt. Beispielsweise wurde den treuen Anhängern das aktive Mitwirken am Faschingsstand der Borussen nahegelegt, Schriftführer Jörg Dietz, gleichzeitig Mitglied im Fanclub Harter Kern, bemerkte: "Wir können uns auch ein finanzielles Entgegenkommen vorstellen. So könnten Mitglieder in einem organisierten Fanclub beispielsweise verbilligt zu den Spielen kommen. Eine andere Idee ist der  "Tag der Fans", bei denen zum Beispiel ein Fußballturnier Mannschaft gegen Fans stattfinden könnte“. Goth betonte jedoch auch: "Allerdings wollen wir nicht nur fördern, sondern auch von den Fans fordern. Wir erwarten insofern ein Entgegenkommen, dass solche Vorkommnisse wie in Flieden nicht mehr passieren. Auch wenn man so etwas nicht immer ausschließen kann. Ansonsten sollen die Fans uns immer ansprechen, wenn Fragen aufkommen".

Alle Parteien saßen anschließend noch lange zusammen, um sich über Borussia auszutauschen und zu dem Entschluss zu kommen: "Gegen Hünfeld soll der nächste Schritt in die richtige Richtung gemacht werden!"


Quelle [osthessensport.de]